Dämonentanz der Kinder auf Bali - D
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Year Published: 1938
Description: 16mm Film - Dämonentanz der Kinder auf Bali - D 1938 Kamera, Buch und Regie: Victor von Plessen Wer ahnt wohl, wenn er unsere Kinder Reigen tanzen sieht, dass dies eine kindliche Wiederholung jahrtausendalter kultischer Spiele ist, eine Umformung von heiligen Gebräuchen unserer germanischen Voreltern. Von den Erwachsenen haben sie sich dereinst auf die Kinder vererbt und als die Erwachsenen davon ließen, haben es die älteren Kinder den jüngeren immer wieder überliefert, so dass der schöne Reigen niemals stillstand, denn eine Hand reichte sich stets der anderen - eine unvergängliche Kette. Bei den Naturvölkern hingegen liegen die Dinge anders. Bei ihnen sind die religiösen Tänze noch ein lebendiger Bestandteil der Kultur, und so sind die Erwachsenen noch das sichtbare Vorbild für die Kindertänze. Indem die Kinder die Tänze der Eltern nachahmen, bereiten sie sich - sicher meist unbewusst - auf das große kultische Geschehnis ihres Stammes, auf das Tanzfest, vor. Dieses kindliche Nachahmungsspiel zu beobachten, ist schon allein von großem Reiz, auch wenn man nicht gleich daran denkt, dass der Nachahmungstrieb zu den größten Lehrmeistern gehört, die das Einzelwesen auf seinem Entwicklungsgang begleiten - vor allem beim Menschen, der soviel an Instinkt zugunsten anderer, höherer Kräfte eingebüßt hat. Bei den Kindertänzen von Bali, die dieser Film zum ersten Mal zeigt, tritt für den Beobachter noch ein anderer, fast grausiger Reiz hinzu. Handelt es sich hier doch um eine Nachahmung jener Dämonentänze, die seit Victor von Plessens 'Insel der Dämonen', dem schönen abendfüllenden Degeto-Kulturfilm, als unheimliche Erscheinung in unserer Phantasie weiterleben. Diese Trancetänze galten der Beschwörung zerstörerischer Dämonen, die ein balinesisches Dorf schwer beschatten. Darüber hinaus haben all diese Tanzspiele noch weiteren Wert für den Stamm. Sie sind ein Bindeglied der Dorfgemeinschaft und fügen deren Mitglieder, Zwistigkeiten vergessen machend, zu gemeinsamer Handlung zusammen. In ihren wilderen Formen, den Kampftänzen, gestatten sie ein Ausleben der Phantasie, die sich auf ungefährliche Weise von ihren Bedrückungen entlastet. Balitänzer haben keine 'Komplexe'. Ihre Seele kann sich im Tanze von schädlich Schlacken befreien. Bei den Kindern spielt im Tanze überdies die Lust an der Bewegung mit, ein Trieb, der ihre Körper für den späteren Lebenskampf üben und der das gesamte Wachstum fördern soll. So kommen auch modern Erzieher, die das Seelenleben des Kindes liebevoll durchforscht haben, wieder darauf zurück, dass die weise Natur in ihre Kinder das Verlangen gelegt hat, spielend zu erlernen, was sie einmal brauchen werden. So sind diese Aufnahmen, die Victor von Plessen, dem großen Baliforscher, erst auf seiner letzten Expedition 1938, seiner fünften Reise nach Insulinde, gelangen, und die nur seiner Einfühlungsgabe und Vertrautheit gelingen konnten, von unschätzbarem Wert für Psychologie und Völkerkunde. Who would suspect, when they see our children dancing round dances, that this is a childish repetition of millennia-old ritual games, a transformation of the sacred customs of our Germanic ancestors. They were once passed down from adults to children and when the adults gave up, the older children passed it on to the younger ones again and again, so that the beautiful round dance never stood still, because one hand always reached out to the other - an everlasting chain. Among primitive peoples, however, things are different. Religious dances are still a living part of their culture, and so the adults are still the visible role models for the children's dances. By imitating the dances of their parents, the children prepare themselves - mostly unconsciously - for the great ritual event of their tribe, the dance festival. Observing this childish imitation game is in itself a great attraction, even if one does not immediately realize that the instinct of imitation is one of the greatest teachers that accompanies the individual being on its developmental path - especially in humans, who have lost so much of their instinct in favour of other, higher forces. The children's dances of Bali, which this film shows for the first time, have another, almost gruesome attraction for the observer. After all, this is an imitation of the demon dances that have lived on in our imagination as an eerie apparition since Victor von Plessen's 'Island of Demons', the beautiful feature-length Degeto cultural film. These trance dances were used to summon destructive demons that cast a heavy shadow over a Balinese village. Furthermore, all these dance games have another value for the tribe. They are a link in the village community and unite its members in common action, making them forget their quarrels. In their wilder forms, the battle dances, they allow the imagination to live out, relieving itself of its oppressions in a safe way. Bali dancers have no 'complexes'... Support my work on Ko-fi! https://ko-fi.com/theartoffilmon16mm
Online Copy: https://www.youtube.com/watch?v=N59uj4NArtg
Metadata Source:YouTube
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Record added: 2026-06-12 21:02:27