Das Gespräch - Rozmowa - Polen
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Year Published: 1974
Description: 16mm Film - Das Gespräch - Rozmowa - Polen 1974 Buch und Regie: Piotr Andrejew Kamera: Zbigniew Rybczyński und Jerzy Zieliński Musik: Henryk Kuźniak Darsteller: Urszula Zatorska, Jadwiga Siennicka, Jerzy Przybylski, Janina Sokołowska, Urszula Modrzyńska, Włodzimierz Maciudziński, Lena Wilczyńska u. a. Die zehn Jahre alte Ala hat sich in eine Traumwelt zurückgezogen, die für sie real zu werden droht. Damit flüchtet sie vor einer fordernden Welt, die im Film repräsentiert wird durch Eltern und Schule. Die Mutter scheint nicht in der Lage, die Bedürfnisse und Interessen ihrer Tochter zu sehen. Als Ala stolz von ihrer guten Schulnote berichten will, spricht sie gegen eine Wand. Anstatt des erwarteten Lobes kommt ihr Gleichgültigkeit, ja mehr noch Ablehnung, entgegen: 'Ja, ich hab's gehört!' Für Als scheint die 'versorgende Mutter' nur durch Nahrungsmittel verkörpert zu werden: Quark, Brot, Käse, ins Überdimensionale vergrößert, bekommen einen beklemmenden, ängstigenden Charakter. Ihre ältere Schwester ist das Abbild der Mutter. Der Vater taucht als zeitungslesende Randfigur auf. Die Beziehung Alas zu ihren Eltern ist zerbrochen. Das wird durch die Frage am Anfang des Films deutlich: 'Wen liebst Du am meisten?' Sie antwortet: 'Herrn Hase.' und meint wohl den Besitzer einer Zoohandlung mit Namen Hase. Ala ist nur noch körperlich in ihrer Familie anwesend, psychisch ist sie 'ausgewandert'. Aber nicht nur ihre Eltern, sondern auch ihre Lehrer und Mitschüler zwingen Ala zur Flucht, in eine Flucht vor nicht zu erfüllenden Ansprüchen. Alas Traumwelt besteht aus Bildern vom fernen Mozambique. Für Ala ist die Grenze zwischen Traumwelt und Realität bereits überschritten. Sie scheint an die eigenen - von ihrem Inneren produzierten Bilder - zu glauben. Das wird besonders deutlich in der Geographiestunde, in der es um spannende Ferienerlebnisse geht. Alas Schilderungen lösen sich von ihren Zeichnungen und gehen in die filmische Realität über, in der sie nackt und schutzlos durch den Urwald läuft und schließlich stehenbleibt. Aber auch noch etwas anderes scheint diese Szene zu offenbaren: Die psychische Situation eines Mädchens, das sich schutzlos vor den Unbilden einer Außenwelt erlebt und sich zum Schluss eigekreist wehrlos dem stellt, was da kommen wird. Alas Phantasieprodukte sind nicht nur Abwehr, sondern auch Kompensation ihrer seelischen Isolation durch die Familie. Sie sucht in ihren Traumbildern das, was sie an Geborgenheit in ihrer Familie und Umgebung vermissen muss. Gleichzeitig wird eine besondere Sensibilität gegenüber Vorgängen in ihrer Umwelt deutlich. Echte Zuneigung erfährt sie nur durch den Zoohändler Hase. Er ist es auch, der Alas Vorstellungswelt von fernen Ländern nährt. Der Film könnte leicht missverstanden werden als psychologisches Kammerspiel. Vielmehr geht es aber darum, am Beispiel von Ala einen Mangel an Mitmenschlichkeit darzustellen. Alas Eltern sind rein äußerlich auf ihr Wohlergehen bedacht (Essen, Kleidung).Ihre Kommunikation ist imperativisch und kurz, aber keineswegs besonders verletzend und aggressiv. So gesehen zeigt der Film also durchaus allgemeingültige Aspekte einer krankmachenden Familiensituation und gibt deutliche Hinweise auf ihre Entstehung. Was diesem Kind dennoch abzugehen scheint sind Ruhe (statt der morgendlichen Hektik), Vertrauen, Lob, Zuwendung, Gesprächsbereitschaft und ein Eingehen auf Bedürfnisse. Aber nicht nur die Eltern sind belastender Faktor, auch die Schule verhält sich falsch. Die Kamera zeigt dies sehr deutlich bei Alas verspätetem Eintritt in das Klassenzimmer. Im Detail sehen wir zunächst nur die nervös auf eine Tischplatte klopfende Hand der Lehrerin. Hier wird nicht der Versuch unternommen zu eruieren, welche Ursachen Alas ständiges Zuspätkommen haben könnte. Es geht lediglich darum, eine Norm zu erfüllen und die heißt in diesem Falle: Pünktlichkeit. Die Klassenkameraden sind im Gegensatz zu ihr angepasst. Die Klassensprecherin stellt Ala in der Pause wegen des Zuspätkommens zur Rede und ermahnt sie eindringlich. Im Gegensatz zur Lehrerin scheint der Erdkundelehrer mehr Verständnis aufzubringen, indem er sie ermuntert ihre Feriengeschichte zu erzählen. Ist das aber die Lösung ihres Problems? Der Film endet mit der Szene des Frachtkahns mit dem Namen 'Uniafrica'. Der in die Ferne schweifende Blick von Ala macht deutlich, wie sehr Kanal und Schiffe zu einem Transportmittel ihrer ungestillten Sehnsucht geworden sind. Ten-year-old Ala has withdrawn into a dream world that threatens to become real for her. She is fleeing from a demanding world, which is represented in the film by her parents and school. Her mother seems unable to see her daughter's needs and interests. When Ala wants to proudly report on her good school grade, she talks to a wall. Instead of the expected praise, she is met with indifference, or even rejection: 'Yes, I heard!'... Support my work on Ko-fi! https://ko-fi.com/theartoffilmon16mm
Online Copy: https://www.youtube.com/watch?v=3_0oYPNYI0w
Metadata Source:YouTube
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Record added: 2026-06-12 21:02:27